Der Leiter des Workshops  Bernhard Steiner freut sich, den komplexen Themenkreis der Hochsensibilität darlegen zu können.
z.V.g.
1/1 Der Leiter des Workshops Bernhard Steiner freut sich, den komplexen Themenkreis der Hochsensibilität darlegen zu können. z.V.g.
29.10.2019 00:00

Mehr Verständnis für Hochsensibilität

Sensible Kinder reagieren stark auf Stimmungen und schätzen eine friedvolle Atmosphäre. Sie fühlen sich schneller angegriffen und sind verletzlicher als ihre Gspänli. Eine Erklärung dazu liefert die Hochsensibilität. Das neue Angebot bei familie+ in Lenzburg trifft den Zeitgeist. Kursleiter Bernhard Steiner gibt im Interview Auskunft.

Lenzburg Im Workshop wird mit praktischen Beispielen und durch den Austausch von Erfahrungsberichten der Teilnehmenden, das Verständnis für die Hochsensibilität gefördert. Dadurch kann ein optimaler Nährboden für eine positive Entwicklung dieser Art Kinder geschaffen werden. Die Eigenschaften der Wahrnehmung können gegenseitig entdeckt und gefördert werden. Die Fallen und Stolpersteine – leider nicht wenige – lassen sich bewusster meistern. Rund 20 - 30 Prozent der Kinder gelten als hochsensibel.

Herr Steiner, wie beeinflusst ein hochsensibles Kind seine Familie und Umwelt?

Ein Kind kommt von der Schule nach Hause und berichtet über ein völliges Blackout während der Prüfung. Wie kann es dazu kommen? Viele Hochsensible spüren vor und während der Prüfung die Energien des Umfeldes. Dies kann sehr hinderlich sein. Studien belegen, dass hochsensible Kinder mehr wahrnehmen als «weniger sensible». Dies kann zu Ängsten und Blockaden führen. Hochsensible Kinder sind Meister der subtilen Kommunikation. Blickkontakte und Signale werden zur nonverbalen Kommunikation eingesetzt. Diese Signale können jedoch auch falsch interpretiert werden. «Nicht Dinge sind es, die die Menschen beunruhigen, sondern das, was sie über die Dinge denken».

Wie gehen Sie mit einem hochsensiblen Kind um?

Viele der hochsensiblen Kinder sind nicht sehr mitteilsam und behalten vieles für sich. Durch sensiblen Umgang mit diesen Kindern, sollen sie zur Äusserung über ihre Wahrnehmungen ermutigt werden. Dazu soll ihnen genügend Zeit und Geduld gelassen werden. Genau diese Zeit benötigen sie auch, um ihre Batterien aufzuladen. Dabei sind Pausen, Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten einzuplanen. Dann sind sie zu Höchstleistungen fähig.

Wie bringen Sie Ihr Kind zum Aufblühen?

Wertschätzung und Vertrauen sind wichtige Lebenselixiere für Hochsensible. Zudem helfen täglich unterstützende Rituale die Sicherheit zu stärken. Der gezielte Aufbau der Selbstsicherheit hilft zudem das Vertrauen in die eigene Intuition zu festigen. Wenn ein Kind mit einer hochsensiblen Persönlichkeit liebevoll akzeptiert, unterstützt und ermutigt wird, führt dies zu verblüffenden Ergebnissen.

Wie können hochsensible Kinder Stress abbauen?

Emotionaler Stress, ausgelöst durch aufwühlende Ereignisse wie Blossstellungen durch Mitschüler oder Lehrkräfte, Ablehnung oder Ausgrenzen in der Gruppe, Trauer und Mobbing wird häufig körperlich gespeichert und führt zu unliebsamen Nebenwirkungen. Ein täglicher Abbau der gestauten Energien hilft zur Entspannung und Stärkung der Leistungsfähigkeit und des Immunsystems. Im Workshop wird eine wirksame Technik zum Abbau von Stress vorgestellt.

An wen richtet sich der Workshop?

Das Thema Hochsensibilität richtet sich an junge Menschen und deren Eltern, die mit den Stärken der Hochsensibilität besser umgehen und sich vertieft damit auseinandersetzen möchten.

Interview: Peter Remund

Workshop hochsensible Kinder

Mutter (Vater) und Kind

Mittwoch-Nachmittag, 27. November 2019, 14 bis 17 Uhr

Beschränkte Anzahl, Berücksichtigung nach Anmeldungseingang.

Anmeldung: kontakt@steinerkonfliktloesungen.ch

Der Workshop findet bei familie+ am Walkeweg 19 in Lenzburg statt.