Lilly Graber (links) holte mit ihrer Staffel EM-Bronze.
1/2 Lilly Graber (links) holte mit ihrer Staffel EM-Bronze.
Die OL-Geschwister Lilly (links) und Sophie Graber aus Biberstein.
2/2 Die OL-Geschwister Lilly (links) und Sophie Graber aus Biberstein.
11.07.2019 00:00

«Solange ich Freude habe, mache ich weiter»

Die Nachwuchshoffnung des Aargauer OL-Kaders Lilly Graber hat es wieder geschafft. Nach der Silbermedaille von letztem Jahr kam die Bibersteinerin vergangenen Monat wieder erfolgreich von der Jugend-EM zurück. Dieses Mal holte sie Staffel-Bronze. Und solange sie ihre Leidenschaft nicht verliert, ist kein Ende in Sicht.

Biberstein Neun Jahre alt war Lilly Graber, als sie zusammen mit ihrer Schwester einen OL-Einsteigerkurs der OLG Suhr besuchte. Während die Schwester gleich dem Verein beitrat, legte Lilly den OL erst für eine Weile beiseite. Erst Jahre später packte sie wieder die Neugier - und damit begann ihre steile sportliche Karriere.

«Sie hat relativ spät mit OL begonnen und ist dann aber gleich durchgestartet», erzählt ihr Trainer im kantonalen Nachwuchskader Lukas Frei. Im vergangenen Jahr schaffte sie bereits ihren ersten Coup und gewann an den Jugendeuropameisterschaften in Bulgarien die Sprint-Silbermedaille. Dieses Jahr konnte sie gleich nachdoppeln und erreichte mit der Staffel den 3. Platz. Auch in den Einzelläufen, bei denen sie zum ersten Mal in der U18-Kategorie startete, überzeugte sie mit einer guten Leistung in den vorderen Rängen.

Leidenschaft für den Outdoor-Sport

Was die junge Ausnahmeathletin ausmacht, ist laut Trainer Lukas Frei einerseits ihr Talent, die physische und mentale Stärke, andererseits aber auch den unerschöpflichen Einsatz und die Leidenschaft, mit der Lilly Graber bei der Sache ist. «OL wird nie langweilig, es gibt keinen vorgegebenen Weg, den es zu absolvieren gilt», sagt die 17-Jährige. «Jeder trifft seine eigenen Entscheidungen und jeder ist für seine Fehler verantwortlich. Die Schwierigkeit besteht darin, über den ganzen Lauf bei möglichst hohem Tempo noch einen kühlen Kopf zum Denken zu bewahren».

Auch die Wettkämpfe geben der Bibersteinerin viel.  «Ich hatte sehr viel Spass an der EM. Die Stimmung im Schweizer Team aber auch jeweils an den Wettkämpfen war etwas sehr Schönes für mich.»  

Schwestern-Duo unterstützt sich gegenseitig

Kommt bei diesem Erfolg nicht auch einmal Neid auf in der Familie? «Ich und meine Schwester trainieren sehr viel zusammen, was für uns beide sehr wertvoll ist und uns gegenseitig motiviert. Und sie freut sich immer mit mir mit, was ich unglaublich zu schätzen weiss!», so Lilly Graber und fügt an: «Ohne sie hätte ich schon gar nicht angefangen, geschweige denn Erfolg gehabt.»

Momentan arbeitet die Bibersteinerin auf die Selektion für das Nationale Juniorenkader hin. Langfristige Ziele hat sie sich aber noch keine gesetzt. «Die Hauptsache ist für mich, dass ich Freude habe am OL und so lange werde ich auch damit weitermachen.»

Von Irene Müller