Die Hälfte des Strombedarfs aus eigener Produktion: Emil Brändli, Verwaltungsratspräsident der Poesia Holding, und Geschäftsführer Michael Brändli, neben den Umformern bzw. Wechselrichtern.
1/3 Die Hälfte des Strombedarfs aus eigener Produktion: Emil Brändli, Verwaltungsratspräsident der Poesia Holding, und Geschäftsführer Michael Brändli, neben den Umformern bzw. Wechselrichtern.
Ressourcenschonende Energieversorgung: Die Photovoltaik-Anlage weist eine Fläche von knapp 1'200 m2 auf.
2/3 Ressourcenschonende Energieversorgung: Die Photovoltaik-Anlage weist eine Fläche von knapp 1'200 m2 auf.
Wachstumsgeschichte geht weiter: Bau 1, nördlich von Bau 2 mit dem Solardach, wird 2020 um drei weitere Büroetagen aufgestockt.
3/3 Wachstumsgeschichte geht weiter: Bau 1, nördlich von Bau 2 mit dem Solardach, wird 2020 um drei weitere Büroetagen aufgestockt.
20.02.2020 10:00

Poesia arbeitet mit eigenem Solarstrom

Die Poesia-Gruppe hält ihre Investitionen in den Standort Unterkulm hoch: Mit der Eigenproduktion von Sonnenenergie will sie künftig mindestens die Hälfte ihres Strombedarfs decken. Der Bau einer Photovoltaik-Anlage war nur eines von mehreren Grossprojekten 2019.

Stichwort Investitionen: Die Industrie-, Handels- und Immobiliengruppe mit Sitz in Unterkulm hat ihre betrieblichen Investitionen 2019 auf 2,2 Millionen Franken erhöht. Damit wurde der langjährige Durchschnittswert von einer Million Franken mehr als verdoppelt. Das grösste Einzelprojekt: Für eine Dreiviertelmillion Franken wurde eine Photovoltaik-Anlage (PV) gebaut. «Wir wollen künftig rund die Hälfte unseres gesamten jährlichen Energiebedarfs aus eigener Stromproduktion decken», umschreibt Michael Brändli, Geschäftsführer der Poesia Holding AG, den Zielwert, und ergänzt: «Dass wir so viel eigenen Strom nutzen können, freut uns speziell.» Mit dieser Investition wird der Anspruch der Firmengruppe untermauert, nachhaltig, ökologisch sinnvoll und umweltgerecht zu wirtschaften. Dazu gehört nicht zuletzt eine ressourcenschonende Energieversorgung und Produktion.

Eine Parallele zur teilweisen Stromselbstversorgung der Poesia zeigt sich bezüglich Wasser: Ende 2013 erwarb die Poesia jene Quelle, die dem ehemaligen Industrienachbarn Injecta gehörte. Nach dem Einbau einer Druckerhöhungsanlage wurde der gesamte Betrieb in der Feldmatte im Frühjahr 2016 an das eigene Quellwasser angeschlossen. Auch dank der bereits optimierten Rückkühlungssysteme können damit mehr als 90 Prozent des gesamten Wasserverbrauchs selbst abgedeckt werden.

Vorteilhafter Batteriespeicher

Der Bau der PV-Anlage wurde 2018 beschlossen und Mitte Jahr 2019 gestartet. Die Modulfläche von 1160m2 teilt sich in neun Einheiten. Anfang Oktober konnte die Anlage planmässig in Betrieb genommen werden. Der gesamte Energieertrag beträgt rund 250‘000 kWh. Ende November folgte die Inbetriebnahme des Batteriespeichers, der eine Kapazität von 150 kWh aufweist und erweiterbar ist. Das Batteriespeichersystem weist mehrere Vorteile auf: Erstens lässt sich der PV-Eigenverbrauch optimieren. Zweitens können die sogenannten Lastspitzen gebrochen werden; dieses «Peak Shaving» ist sowohl für die Strombezugskosten relevant, als auch für die Netzstabilität. Zum Dritten verfügt Poesia künftig über eine integrierte PV-Notstromfunktion. Dies könnte im Fall eines Unterbruchs der Versorgung mit Netzstrom von kapitaler Bedeutung sein.

Ein halbes Dutzend Firmen nutzt den Solarstrom vom Bau 2 der Poesia: PBC Polymer AG, BK Brändli AG, MK Dichtungs AG und Stuck AG sowie die zwei Fremdmieter Lokoform AG und Kobal AG.

Erhöhung der Lagerkapazität

Die nächstgrössten Ausbauprojekte, die 2019 realisiert wurden, betrafen die Lagerlogistik und die Ausbildungswerkstatt. Stichwort Logistik: Der Lagerturm, 2008 erbaut, wurde nach 2014 ein weiteres Mal aufgerüstet. Die 10 bestehenden Shuttles des vertikalen Lagerliftsystems der Kardex AG wurden um sechs Shuttles erweitert. Gesamte Investitionssumme: 0,7 Millionen Franken. «In den letzten Jahren haben Angebot und Nachfrage nach Poesia-Produkten kontinuierlich zugenommen», erläutert Michael Brändli. Um die Bestellungen weiterhin effizient bearbeiten und die Produkte innert 24 Stunden ausliefern zu können, war ein nächster Ausbauschritt notwendig. «Neu können wir auf insgesamt 1170 Tablaren Dichtungen lagern, die eine Ge-samtlänge von über einer Million Meter aufweisen», sagt Brändli. Damit sei der Raum für den benötigten Lagervorrat «vorerst» sichergestellt.

Ausbau der Ausbildungswerkstatt

Zur Sicherung und Pflege ihres heutigen Hauptstandorts gehört für die Poesia auch die Förderung des Berufsnachwuchses. Aktuell werden drei KV-Lernende ausgebildet. Künftig will die Firmengruppe auch angehenden Polymechanikern und Kunststofftechnologen eine zukunftsgerichtete Ausbildung anbieten. Zu diesem Zweck wurden für 0,5 Millionen Franken modernste Bearbeitungsmaschinen – je eine Drehbank- und eine Fräsmaschine – für die eigene Ausbildungswerkstatt beschafft. «Wir stellen damit eine zeitgemässe Ausbildung von Polymechanikern im mittleren Wynental sicher», sagt Verwaltungsratspräsident Emil Brändli. Er ergänzt: «Mit diesen Investitionen bleiben wir am Puls der Zeit und bieten eine spannende Ausbildung, in der das Know-how und die Substanz des Handwerks in die digitalisierte Welt übertragen und auch weiterentwickelt werden.»

pd