Susanne Gantner ist als Organistin bekannt. Ihr Wirken in der Kirche inspirierte sie zu ihrem neuen Krimi. bs
1/1 Susanne Gantner ist als Organistin bekannt. Ihr Wirken in der Kirche inspirierte sie zu ihrem neuen Krimi. bs
05.04.2018 00:00

Organistin schreibt einen Krimi über Mord in der Kirche

Die Erlinsbacherin Susanne Gantner ist bekannt als Musikerin an der Orgel in Lostorf. Vor einem Jahr, kurz vor ihrem 70. Geburtstag, erschien ihr erster Roman. Jetzt folgt das zweite Werk - und es geht um einen Mordfall in der Kirche.

Von Bettina Wyss

Erlinsbach Seit vielen Jahren spielt die Erlinsbacherin Susanne Gantner Orgel in der Kirche Lostorf. Eine Tätigkeit, die sie mit viel Herzblut und Freude ausübt. Dennoch hat sie die Atmosphäre in der Kirche zu etwas ganz Speziellem inspiriert: zu einem Kriminalroman.

Susanne Gantner hat vor einem Jahr bereits einen Roman veröffentlicht und hat durch die neue Inspiration bereits nachgelegt. «Ein Gloria zum Sterben» handelt von einem Mordfall im Kirchenchor.

«Es ist sicher etwas ungewöhnlich», sagt die Erlinsbacherin und lacht. «Kirchen verbindet man normalerweise mit Frieden, Ruhe und Predigten. Aber mein Roman zeigt eine ganz neue Seite.» So handelt das Buch von Ermittler Heiri Stampfli, der den Tod der Archivarin des Kirchenchors aufklären muss. Sie wurde umgebracht, als sie das Gloria für eine anstehende Mitternachtsmesse übte. Passend heisst der Roman also «Ein Gloria zum Sterben».

Viel Lesespass mit regionalem Bezug

Susanne Gantner ist diplomierte Übersetzerin und hat bereits mit ihrem ersten Buch «Mit spitzer Nadel» ihren frischen und lebendigen Schreibstil unter Beweis gestellt - und macht damit im neuen Roman weiter. Das Buch ist trotz der düsteren Thematik ein spannender Lesespass - insbesondere, weil die Geschichte nebst in Zürich unter anderem in unserer Region spielt: in Lostorf und in Schafisheim. Dazu kommt, dass sie ihre ganz eigene Methode hat, wie sie die Bücher schreibt.

«Wieder habe ich das erste und das letzte Kapitel zuerst und am gleichen Tag geschrieben», sagt Susanne Gantner. «Ich muss wissen, wo die Geschichte hingeht. Dann fülle ich auf.»

«Ich kann noch 30 Bücher schreiben»

Susanne Gantner hat zwar schon als kleines Mädchen davon geträumt, Bücher zu schreiben, umgesetzt hat sie ihren grossen Traum jedoch erst mit 70. Was aber nicht zu spät ist, wie sie sagt. «Neulich spielte ich Orgel an der Beerdigung einer Frau, die über 100 Jahre alt geworden ist. Wenn ich das hochrechne, bedeutet das, dass ich noch etwa 30 Bücher schreiben kann», sagt sie mit einem Schmunzeln.

Unrealistisch ist das nicht - an Ideen mangelt es ihr nämlich nicht. Bereits jetzt ist das nächste Buch schon in Planung. «Ich habe meistens in der Nacht die besten Ideen», verrät sie. «Ich habe Notizzettel und Stift auf meinem Nachttisch. Manchmal ist am Morgen der Boden mit Papier übersät.»

red@aarauer-nachrichten.ch