Maja tratscht
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19.10.2019 06:00

Mein Ausflug auf Clive Buchers Couch

Ich war mir sicher, dass Sie heute hier eine Hasstirade lesen. Was habe ich mich aufgeregt, als ich vernommen habe, dass Clive Bucher ein Buch über Mental Coaching rausbringt. Er soll dieses in zwei Wochen alleine geschrieben haben. Das halte ich für so wahr wie den Storch, der Babys bringt. Falls Sie nicht wissen, wer Clive Bucher ist: Clive ist der letztjährige Bachelor, der auf 3+ die grosse Liebe suchte und – Surprise, Surprise – nicht fand.

Letzten Donnerstag lud Clive zur Buchtaufe im PKZ Women in Zürich ein. Ich war da. Ich und viele weibliche Fans, ein paar Kumpane von Clive und absolut niemand von der «Bätschi-Familie». So nennt sich der harte Kern, der aus Ex-Bachelors, Ex-Bachelorettes und ein paar Kandidatinnen und Kandidaten besteht, der immer noch zusammen um die Häuser zieht. Clive aber hat keine Zeit für Freundschaftspflege. Bei ihm dreht sich alles nur ums Business. In seinem Buch «Mental Power» gibt der 27-Jährige viele Tipps, um auf ganzer Linie glücklich und erfolgreich zu werden. An der Buchpräsentation referiert Clive hochprofessionell, fast schon Sekten-Guru-mässig. Das Leben ist ein Spiel. Eine Aneinanderreihung von Zielsetzung und Erreichung. Probleme sind nicht primär Probleme, sondern Chancen. Es ist nie zu spät. Und man kann alles erreichen, sofern Ziele realistisch sind.

Mir ist alles biz zu viel. Mein Kollege, der mit mir da ist, wünscht sich Wein. Daheim lese ich zwei Kapitel in Ruhe. Das über Clives Kindheit im Heim und das über seine Teilnahme beim Bachelor. Jetzt kommts: Ich finde beide Kapitel gut und bleibe hängen. Dennoch glaube ich bei weitem nicht alles, was hier steht oder was Clive redet. Seine Aussage «Mir bedeutet Menschen helfen mehr als Sex» ist doch Chabis. Anderseits wusste Madonna schon vor 30 Jahren, dass sich mit Sex alles verkaufen lässt.

Text und Bild: Maja Zivadinovic