Die Fachstelle Integrationsförderung des Regionalverbands zofingenregio hat kürzlich den ersten Arbeitsintegrationskurs auf Tigrinya in der Region Zofingen organisiert.
1/1 Die Fachstelle Integrationsförderung des Regionalverbands zofingenregio hat kürzlich den ersten Arbeitsintegrationskurs auf Tigrinya in der Region Zofingen organisiert.
18.03.2020 09:00

Fachstelle Integrationsförderung organisierte ersten Arbeitsintegrationskurs auf Tigrinya in der Region Zofingen

Das Angebot stiess auf grosses Interesse: Über 30 Eritreerinnen und Eritreer kamen am Nachmittag des 9. März in der Alten Turnhalle in Aarburg zum Arbeitsintegrationskurs «Arbeit finden in der Schweiz» zusammen.

Zofingen Das Besondere: Der von der Fachstelle Integrationsförderung Region Zofingen organisierte Kurs wurde komplett auf Tigrinya durchgeführt. Kooperationspartner des Anlasses waren der Verein «National Coalition Building Institute» (NCBI) sowie die Gastgeber-Gemeinde Aarburg, vertreten durch den Sozialdienst. Aufgrund der positiven Bilanz seitens aller Beteiligten ist man über mögliche Folgekurse bereits im Gespräch.

«Die Teilnehmenden waren konzentriert bei der Sache und sehr begeistert, dass sie einmal alle zusammen an einem Anlass sind», erzählt Livia Lustenberger, Leiterin Kind Jugend Familie Zofingen, die die Fachstelle Integrationsförderung vertreten hat. Zudem seien sie sehr dankbar für das kostenlose Kursangebot gewesen, wichtige Informationen zur Arbeitssuche in der Schweiz in ihrer Muttersprache erhalten zu können. Die beiden Brückenbauer des NCBI Schweiz Natnael Akzea und Ghirmay Habte vermittelten in ihren Präsentationen praktische Tipps und Informationen. So erfuhren die Teilnehmenden, welche Möglichkeiten es gibt, in die Berufswelt einzusteigen, welche Hindernisse es bei der Arbeitssuche geben kann, wie man sich bewirbt und auf was bei Vorstellungsgesprächen geachtet werden muss.

Einblick in die Schweizer Arbeitskultur

«Der Stellenmarkt in der Schweiz mit den vielen verschiedenen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten ist einzigartig», erklärt Franziska Rhiner, Programmkoordinatorin beim NCBI Schweiz. Für Geflüchtete sei es oftmals schwierig, den Überblick zu behalten. Zudem gebe es auch verschiedene kulturbedingte Missverständnisse. «In der Schweiz wird zum Beispiel erwartet, dass man eigene Ideen einbringt, die Initiative ergreift und sich engagiert, um eine Stelle zu finden. Das ist in einem Land mit diktatorischem Regime nicht der Fall», weiss Rhiner.

Die Brückenbauer gaben den eritreischen Kursteilnehmenden aber auch einen Einblick in die Schweizer Arbeitskultur: «Umgang mit Zeit, Zuverlässigkeit, Verhalten gegenüber Vorgesetzten – das sind nur einige wichtige Stichpunkte in diesem Zusammenhang», erklärt Maria Weber, Projektleiterin Integration zofingenregio. «Die Brückenbauer des NCBI sprechen immer auch von ihren eigenen Erfahrungen bei der Integration in die hiesige Arbeitswelt». Dies mache das Ganze für die Kursteilnehmenden noch anschaulicher. «Und die Brückenbauer haben so auch immer eine Vorbildfunktion.»

pd