Edmund Bitterli ist der Tourenobmann des Vereins.  z.V.g.
1/6 Edmund Bitterli ist der Tourenobmann des Vereins. z.V.g.
Die Touren führen zum Teil durch unberührte Naturgebiete.  z.V.g.
2/6 Die Touren führen zum Teil durch unberührte Naturgebiete. z.V.g.
Auch Schneeschuhtouren stehen auf dem Programm. z.V.g.
3/6 Auch Schneeschuhtouren stehen auf dem Programm. z.V.g.
Auch im Wald sind die «Naturfreunde Maiengrün» oft unterwegs. z.V.g.
4/6 Auch im Wald sind die «Naturfreunde Maiengrün» oft unterwegs. z.V.g.
Beim Verein «Naturfreunde Maiengrün» wandert man in der Gruppe - erfahrene Tourenleiter führen die jeweiligen Wanderungen. z.V.g.
5/6 Beim Verein «Naturfreunde Maiengrün» wandert man in der Gruppe - erfahrene Tourenleiter führen die jeweiligen Wanderungen. z.V.g.
Das "Häxehüsli" der Naturfreunde Maiengrün wird im Sommer jeweils jeden Sonntag, den ganzen Tag, bewirtet.
6/6 Das "Häxehüsli" der Naturfreunde Maiengrün wird im Sommer jeweils jeden Sonntag, den ganzen Tag, bewirtet.
14.02.2020 07:00

Die Wanderlust ist zurück

Das Wort «Wanderlust» liest man in den gängigen sozialen Medien meistens als Spruch auf tollen Reisebildern und gilt seit spätestens 2019 als einer der beliebtesten Hashtags für Weltenbummler. Die Naturfreunde Maiengrün wandern bereits seit über 60 Jahren über die Berge und durch die Täler der Schweiz und nehmen ebenfalls eine Trendwende wahr.

Mägenwil Früher musste man noch mit der Familie wandern gehen. Heute wollen es die Jungen sogar selbst. Ist das nur ein Trend oder sehnt man sich in unserer Leistungsgesellschaft nach der Natur? Fest steht, dass nicht nur die jüngere Generation wieder öfters wandern geht, sondern dass die Wanderlust auch in anderen Altersgruppen zugenommen hat. Anders als früher, ist heute allerdings das individuelle Wandern angesagt. Sprich, man macht sich alleine, zu zweit oder in kleinen Gruppen unter Freunden auf den Weg.

Im Verein Naturfreunde Maiengrün sieht das noch anders aus: Dort planen, organisieren und führen ausgebildete Leiter die Touren.

Tourenobmann Edmund Bitterli ist seit circa 10 Jahren Mitglied im Verein und auch er bemerkt eine Entwicklung: «Sogar meine 21-jährige Tochter sagte letztes Mal, dass sie wieder einmal mitkommen möchte. Bei uns im Gruppenwandern ist es aber meistens so, dass die jungen Mitglieder fehlen. Die sind lieber mit Gleichaltrigen unterwegs als mit uns Alten.»

Um die Jungen anzulocken, bietet der Verein Naturfreunde Maiengrün verschiedene Aktivitäten. In ihrem «Häxehüsli», das sich mitten im Wald von Mägenwil befindet, werden Frühstück-Brunchs veranstaltet und in Zusammenarbeit mit dem Kantonalen Verband der Naturfreunde werden gelegentlich Kletterlager für Kinder und Skitourenlager für Jugendliche organisiert.

Lauernde Gefahren

Eine Wanderung ist auch immer ein Abenteuer, die einen mögen es anspruchsvoller, andere eher gemütlich. Durch die Digitalisierung hat man heute etliche Möglichkeiten, geeignete Touren zu finden. Was leider oft vergessen gehe, sei die Sicherheit. Man müsse auf die richtige Ausrüstung, das Wetter und die eigenen körperlichen Grenzen achten. «In den Bergen habe ich schon öfters Personen mitgenommen, da sie zum Beispiel nichts zu Trinken mit hatten, die Schwierigkeit der Wanderung falsch einschätzten oder sich verlaufen haben, weil der Akku vom Handy leer war», sagt der erfahrene Tourenobmann.

Manchmal kommt es anders als geplant

Auch auf einer geführten Wanderung kann es zu Unvorhergesehenem kommen. «Vor etwa einem Jahr leitete ich eine Schneeschuhtour auf den 'Spital' bei Einsiedeln. Die geplante Route führte durch ein Gebiet, das neu als Wildruhezone ausgeschieden wurde.

Wir mussten also nach einem anderen Weg suchen und mussten so einen ziemlich grossen Umweg machen. Wir waren bis zum Sonnenuntergang unterwegs, konnten wunderschöne neue Gebiete kennenlernen und haben mitten im Wald eine kleines 'Beizli' gefunden. Die Wanderung ging länger als 6 Stunden und wir waren alle ziemlich kaputt, aber es hat sich gelohnt!»

Ein Tipp des erfahrenen Leiters sind übrigens Sonnenaufgänge oder -untergänge auf der Gisliflueh:

«Ich habe noch nie jemanden getroffen, der sich nach einer gebraten Cervelat und einem Sonnenauf oder -untergang auf der Gisliflueh beschwert hat.»

Von Corinne Bürki