Diese Gegenstände verbinden die einzelnen Schüler und Schülerinnen der Bezirksschulklasse Turgi mit Glück.
1/6 Diese Gegenstände verbinden die einzelnen Schüler und Schülerinnen der Bezirksschulklasse Turgi mit Glück.
"Fussball spielen macht mich glücklich", sagt Cristiano - Er besucht die Bezirksschule in Turgi.
2/6 "Fussball spielen macht mich glücklich", sagt Cristiano - Er besucht die Bezirksschule in Turgi.
Viele verschiedene Zitate zum Thema Glück zieren den Fussboden vom Naturama Aargau.
3/6 Viele verschiedene Zitate zum Thema Glück zieren den Fussboden vom Naturama Aargau.
Die Uno Agenda 2030 strebt mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen eine glücklichere Weltgemeinschaft an.
4/6 Die Uno Agenda 2030 strebt mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen eine glücklichere Weltgemeinschaft an.
Bea Stalder leitete die Führung - sie ist glücklich wenn sie im Garten buddeln kann.  z.V.g.
5/6 Bea Stalder leitete die Führung - sie ist glücklich wenn sie im Garten buddeln kann. z.V.g.
Jeder empfindet Glück anders. crb
6/6 Jeder empfindet Glück anders. crb
26.03.2020 12:00

Die Suche nach Glück

Die Sonderausstellung «Global Happiness» im Naturama Aargau neigt sich dem Ende zu. Mehrere Tausend Menschen kamen zu Besuch, über 160 Gruppen nahmen an der Führung teil und jeder einzelne durfte sich Gedanken darüber machen, was Glück für ihn und die ganze Menschheit bedeutet.

Aarau Auf dem Plakat sieht man die Erde aus der Perspektive des Mondes. Rechts im Bild sitzt ein verliebtes Paar, während oben in roten schwungvollen Buchstaben «Global Happiness» steht. Es ist das Plakat, das auf die Sonderausstellung «Global Happiness» von der Schweizer Entwicklungshilfeorganisation Helvetas, im Naturama Aargau aufmerksam macht.

Schnell wird klar, dass es in der Ausstellung nicht ausschliesslich um das eigene Glück geht. Es steckt viel mehr dahinter - übersetzt heisst der Ausstellungstitel: «weltweites Wohlbefinden».

Eine Bezirksschulklasse aus Turgi ist zu Besuch, um an der Führung teilzunehmen. Die erste Frage, denen sie sich stellen müssen ist, wie es ihnen am Morgen nach dem Aufwachen ging. Die Klasse verteilt sich bei den verschiedenen Smileys auf der Treppe und ein Mädchen, das beim lachenden Smiley Platz einnimmt, antwortet: «Mir ging es gut heute Morgen, ich bin gesund aufgewacht, habe ein Dach über den Kopf und etwas zu Essen.» Sie hat in diesem Augenblick ein wichtiger Bestandteil für Glück erwähnt: Dankbarkeit.

Geld macht nicht glücklicher

Laut dem belgischen Geografen Eric Lambin gibt es vier universelle Faktoren, die massgeblich zu Glück und Wohlbefinden beitragen würden: Persönliche Situation, Soziales Umfeld, Natürliches Umfeld und Institutionelles Umfeld und Sicherheit. In vielen Ländern sind einzelne dieser Faktoren aber überhaupt nicht umsetzbar. Ist man in diesen Ländern weniger glücklich? «Es ist interessant, wie die verschiedenen Kulturen, Glück anders empfinden und definieren», findet einer der Jugendlichen. Tatsächlich gibt es eine Liste, welche die Uno jedes Jahr publiziert. Den «World Happiness Report», der Aufschluss gibt, wie glücklich die Menschen in den verschiedenen Ländern sind. Die Schweiz steht im Jahr 2019 auf Platz sechs, das Podest wird von Finnland, Dänemark und Norwegen eingenommen.

Dass Geld in hohem Masse glücklich macht, ist übrigens wissenschaftlich wiederlegt worden. Es gibt ökonomische Studien, die aufzeigen, dass ein Jahreslohn über 70'000.- Franken nicht zwingend glücklicher macht. «Die Verbindung zwischen Glück und Geld ist eine Fantasie», meint auch Bea Stalder vom Naturama Aargau, die die Führung geleitet hat.

Was braucht es, um ein weltweites Wohlbefinden zu erreichen?

Mit der Frage, wie man eine globale Zufriedenheit erreichen kann, hat sich die Ausstellung «Global Happiness» umfassend auseinandergesetzt und somit stehen vor allem die Ziele der Agenda 2030 im Vordergrund. Dort werden verschiedene Ziele aufgezeigt, die bis 2030 weltweit umgesetzt werden sollten. Neben Nachhaltigkeit und Klimaschutz werden Themen wie Gleichberechtigung und Bildung aufgegriffen, die allesamt massgeblich zum weltweiten Wohlbefinden beitragen sollen.

Die Ausstellung «Global Happiness» im Naturama Aargau dauert noch bis zum 1. März, danach wandert sie weiter nach Vaduz. Laut Bea Stalder war sie eine der bestbesuchten Ausstellungen bisher. Das Thema treffe den Nerv der Zeit. Für Bea Stalder bedeutet persönliches Glück im Garten zu arbeiten, in der Erde zu buddeln und Dreck unter den Fingernägeln zu haben. Aber die Ausstellung hat ihre Glücksvorstellungen erweitert: «Glück ist nicht nur Privatsache. Glück hat auch damit zu tun, dass wir uns als Menschen vernetzt und als Teil eines weltweiten grossen Ganzen erleben.»

Auf «Global Hapiness» folgt «Heisse Zeiten – Klimaportraits»

Ab 1. Mai folgt dann die nächste spannende Sonderausstellung im Naturama Aargau: «Heisse Zeiten – Klimaportraits». Es werden Fotos ausgestellt, die Menschen aus der ganzen Welt zeigen, die den Klimawandel am eigenen Leibe erfahren. Im Rahmenprogramm zur Ausstellung gibt es unter anderem zwei Klimaexkursionen im Aargau und ein Podium mit Regierungsrat Stefan Attiger zum Klimawandel im Aargau. Details ab Ende März, auf naturama.ch.

Von Corinne Bürki