Auch verschiedene Arche-Höfe, die sich ganz der Rettung seltener Rassen verschrieben haben, bringen ihre Produkte an den Reutenmarkt.
1/3 Auch verschiedene Arche-Höfe, die sich ganz der Rettung seltener Rassen verschrieben haben, bringen ihre Produkte an den Reutenmarkt.
So auch in diesem Jahr betreibt Nicole Egloff einen Crêpe-Stand.
2/3 So auch in diesem Jahr betreibt Nicole Egloff einen Crêpe-Stand.
Arche-Höfe, die sich ganz der Rettung seltener Rassen verschrieben haben, bringen ihre Produkte an den Reutenmarkt.  «ProSpecieRara»
3/3 Arche-Höfe, die sich ganz der Rettung seltener Rassen verschrieben haben, bringen ihre Produkte an den Reutenmarkt. «ProSpecieRara»
12.10.2018 00:00

Reutenmarkt 2018: Raritäten geniessen

Über 50 Marktfahrerinnen und Marktfahrer aus weiten Teilen der Schweiz, mit Produkten aus seltenen Kulturpflanzensorten oder Nutztierrassen werden am Sonntag, 14. Oktober, von 10 bis 17 Uhr auf dem Heiternplatz in Zofingen ihre Raritäten verkaufen.

Zofingen Seit 2005 lässt sich die Sortenvielfalt von Gemüse, Obst und Feldfrüchten nirgends besser entdecken und erleben als auf dem ProSpecieRara-Reutenmarkt in Zofingen. Auch selten gewordene Nutztierrassen lassen sich auf dem Reutenmarkt bestaunen.

Die Bedeutung vom

Der riesige Obstgarten auf dem Heitern ist in einzelne Reuten (altes Flächenmass) unterteilt, die von verschiedenen Personen bewirtschaftet werden.

ProSpecieRara ist eine schweizerische Non-Profit-Organisation, die dafür sorgt, dass seltene, traditionelle Kulturpflanzensorten und Nutztierrassen nicht verschwinden. Beispiele sind das Küttiger Rüebli, die Goldparmäne, das Engadinerschaf oder das Rätische Grauvieh.

«ProSpecieRara ist ausserdem ZEWO-zertifiziert. Die Spenden gehen in diverse Erhaltungsprojekte», sagt Nicole Egloff, Medienverantwortliche von ProSpecieRara.

Das ProSpecieRara-Gütesiegel

Jeder Stand muss mit dem Gütesiegel ausgezeichnete Produkte dabei haben, aber nicht ausschliesslich. So gibt es beispielsweise auch sehr schöne Holzsachen, die nicht belabelt sind. Die Gütesiegel Betriebe setzen sich alle für die Erhaltung der gefährdeten Sorten oder Rassen ein.

Entweder züchten die Betriebe diese Tiere selber, sind beim Zuchtverein dabei und haben die Tiere und deren Verwandtschaft im Herdebuch erfasst, was bei so kleinen Beständen sehr wichtig ist, um Inzucht auszuschliessen oder man baut entsprechende Gemüse- oder Obstsorten an.

Oder aber diese Raritäten können unterstützt werden, indem sie vermarktet werden. Diese Betriebe kaufen die Rohstoffe bei ebenfalls mit dem Gütesiegel ausgezeichneten Bauern ein und stellen daraus Produkte her.

Fast von jeder Rasse ist über die Jahre aus dem Erhaltungsprojekt ein Zuchtverein entstanden. «Hier meldet uns jährlich der Zuchtverein, ob die Person noch Mitglied ist und ob er seine Tiere dem Zuchtbuch meldet», so Nicole Egloff. Bei den Pflanzen müssen das Saatgut oder die Pflanzen aus ebenfalls zertifizierten Betrieben oder aber direkt aus der Samenbibliothek stammen. Alle Betriebe werden stichprobemässig von der Label-Plattform easy-cert überprüft.

Sorten und Rassen unterstützen

Wie man Unterstützung leisten kann, verrät Nicole Egloff.

Ein Markt voller Raritäten

«Der Markt ist jedes Jahr ein Highlight. Die Stimmung mitten im Obstgarten ist immer fantastisch. Für die kleinen und grossen Besucher gibt es viel zu entdecken; nicht nur bezüglich der Produkte, sondern auch wegen den zahlreichen Rassen. Vor Ort kann man Birnensorten degustieren und bewerten, seine Obstsorten bestimmen lassen, den Obstgarten mit seiner riesigen Vielfalt auf Führungen entdecken und sich wunderbar verpflegen – von Lehmofenpizza über Crêpe bis Grill und Apfelchüechli, es bleiben keine Wünsche offen», so Nicole Egloff.

Chantal Bigler