Wie behalten Sie den Durchblick?  fotolia/freedomz
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02.10.2018 17:00

Mit 5 Tipps durch den Hypo-Dschungel

Auf dem Hypo-Markt tummeln sich unzählige Anbieter: Neben Banken bieten auch Versicherungen und Pensionskassen Hypotheken an. Da ist es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Damit der Traum vom Eigenheim nicht zur Belastungsprobe wird, helfen diese fünf Tipps durch den Hypo-Dschungel.

Häufig verlieren Sie als potenzieller Käufer ihr Traumobjekt, weil die Finanzierung nicht rechtzeitig zustande kommt oder ein anderer Käufer Ihnen das Objekt vor der Nase wegschnappt. Es spricht daher einiges dafür, sich parallel zur Immobiliensuche mit der Finanzierung des künftigen Eigenheims zu beschäftigen.

Tipp 1: Mindestens drei Offerten einholen

Die Anbieter unterscheiden sich sowohl hinsichtlich der Zinsen wie auch der Vergabekriterien. Nicht alle berücksichtigen etwa den variablen Lohnanteil als Haushaltseinkommen. Es ist daher ratsam, mindestens drei Offerten einzuholen – und zwar nicht nur von Banken, sondern auch von Versicherungen und Pensionskassen.

Tipp 2: Immobilie erst suchen, wenn die maximale Hypothekarsumme bekannt ist

Die folgenden, grundlegenden Finanzierungsregeln helfen, eine erste Vorstellung von der Finanzierung Ihres Traumdomizils zu erhalten.

Belehnung: Banken finanzieren eine Immobilie zu maximal 80 Prozent. Mindestens 20 Prozent des Immobilienwerts müssen somit aus eigenen liquiden Mitteln wie Kontoguthaben oder Vermögen aus der 2. und 3. Säule kommen.

Tragbarkeit: Neben der Belehnung muss als zweites die Tragbarkeit erfüllt sein. D.h. die laufenden Kosten einer Immobilie dürfen maximal ein Drittel des Brutto-Haushaltseinkommens ausmachen. Zu den laufenden Kosten gehören neben der Amortisation in Höhe von 1 Prozent der Hypothekarsumme auch die Nebenkosten in Höhe von 1 Prozent des Verkehrswerts der Immobilie sowie die Hypothekarzinsen, die anhand eines kalkulatorischen Zinssatzes von 5 Prozent berechnet werden.

Tipp 3: Festhypothek oder Libor? Lassen Sie sich unabhängig beraten

Im derzeitigen Niedrigzinsumfeld entscheiden sich viele Hypothekarnehmer für langlaufende Festhypotheken. Der Zinssatz bleibt über die vereinbarte Laufzeit dann stets gleich. Allerdings verlangen Banken bei einem vorzeitigen Ausstieg eine Vorfälligkeitsentschädigung. Wer eine normalerweise günstigere Libor-Hypothek in Betracht zieht, sollte bedenken, dass der Ausstieg aus Libor-Hypotheken per Ende 2021 beschlossen ist. Auch wenn definitiv eine Nachfolgeregelung für den Libor gefunden wird: Derzeit ist noch unklar, wie Banken mit den laufenden Libor-Krediten umgehen werden.

Tipp 4: Rechtsform des Eigentums bedenken

Die Rechtsform des Eigentums ist ein nicht zu unterschätzender Faktor der Immobilienfinanzierung. Meist werden Immobilien nicht von Einzelpersonen, sondern von Ehepaaren, eingetragenen oder zusammenlebenden Partnern gekauft. Im Normalfall entscheidet man sich bei gemeinsamer Finanzierung daher für das Mit- oder Gesamteigentum. Denn beim Alleineigentum ist eine Person Eigentümer und bestimmt souverän über sämtliche Belange der Immobilie.

Tipp 5: Steuern sparen mit der optimalen Finanzierungsstrategie

Mieter zahlen durchschnittlich Monat für Monat mehr als Eigentümer. Eigentümer profitieren zudem von steuerlichen Abzugsmöglichkeiten wie Unterhaltskosten, Hypothekarzinsen und werterhaltenden Renovationen. Auch die Höhe der Hypothek sowie die Wahl der Amortisation haben einen Effekt auf Ihre Steuerrechnung. Wer statt der direkten eine indirekte Amortisation wählt, kann nicht nur höhere Hypothekarzinsen abziehen, sondern auch Zahlungen in die 3. Säule geltend machen. Von der Wahl Ihrer Finanzierungsstrategie hängt also ab, wie viel Steuern Sie abzugsfähig machen können. ⋌moneypark