Ernst Leuenberger macht aus fast allem einen Wurmkompost.
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1/4 Ernst Leuenberger macht aus fast allem einen Wurmkompost. imü
Die "Gratisarbeiter" von Ernst Leuenberger.
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2/4 Die "Gratisarbeiter" von Ernst Leuenberger. imü
Die Wurmkomposte von Ernst Leuenberger haben stets zwei Abteile. So können die Würmer nach getaner Arbeit zur grüneren Seite wechseln.
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3/4 Die Wurmkomposte von Ernst Leuenberger haben stets zwei Abteile. So können die Würmer nach getaner Arbeit zur grüneren Seite wechseln. imü
Ernst Leuenberger zeigt seinen Heisskompost.
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4/4 Ernst Leuenberger zeigt seinen Heisskompost. imü
05.10.2018 08:00

Der Kompostexperte

Ernst Leuenberger ist seit 30 Jahren Kompostberater. Der Pensionär ist der Meinung, in jeder Wohnung sei ein privater Kompost nicht nur möglich, sondern auch mit Abstand die nachhaltigste Variante.

Safenwil Ob im Weinkühler, im Kuchendeckel, im Plastiksack oder in der Holzkiste - mit ein bisschen Kreativität lässt sich überall ein Wurmkompost einrichten. «In einer Wohnung zu leben, ist keine Ausrede, um keinen Kompost zu führen», meint Ernst Leuenberger deshalb. Und er muss es wissen, denn sein Balkon und sein Garten sind voller Komposte in allen Grössen und Varianten. Ernst Leuenberger möchte den Leuten zeigen, was alles möglich ist und wie man es anstellen muss, damit die Grünabfälle in besten Humus verwandelt werden. «Entscheidend ist, die Ware zu zerkleinern, gut zu mischen und schön feucht zu behalten», verrät Ernst Leuenberger. Mit dieser Technik kompostiert der Safenwiler nicht nur Äpfel und Birnen, sondern «alles, was sich biologisch irgendwie zersetzen lässt.»

Doch warum beharrt Ernst Leuenberger so sehr auf dem System des privaten Komposts? «Das ist die ökologischste Variante, die es gibt», meint der pensionierte Förster. Die Grünabfuhr sei zwar besser als gar nichts, die zentralisierten Kompostanlagen verschlängen vergleichsweise aber sehr viel Energie und auch die Qualität liesse teilweise zu wünschen übrig.

Schwindendes Interesse

Als Ernst Leuenberger die Ausbildung zum Kompostberater machte, wurde er von der Gemeinde und dem Kanton unterstützt. Das ist fast 30 Jahre her. Dann wurde das finanzielle Potenzial des Grünguts entdeckt, eine flächendeckende Grünabfuhr wurde eingeführt und das Interesse an privaten Komposten sank. Ernst Leuenberger bedauert diese Entwicklung sehr. Er bietet weiterhin Kompostierkurse an und hofft, dass die Wertschätzung für das ökologischste Recycling von Grünabfall zurückkommt.

Einige Schulen haben mittlerweile erkannt, dass man dieses Wissen der nächsten Generation am besten bereits im jungen Alter weitergibt und haben Ernst Leuenberger für Projekttage engagiert. «Und die Kinder machen wahnsinnig gut mit», erzählt er freudestrahlend.

Irene Müller